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Carcassonne, Neues Land
Von Michael Bauland

Rezension erschienen: 09.12.2005, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Leo Colvini, Verlag: Hans im Glück Verlags-GmbH, Seiten: , Erschienen: Oktober 2005, Preis: 13,95 Euro

Ein neues Spiel aus der Carcassonne-Reihe zeigt sich mit dem Titel Neues Land. Ebenso wie zum Beispiel Die Jäger und Sammler oder Die Stadt ist auch dieses Spiel wieder ein eigenständiges Kartenlegespiel im bewährten Prinzip.
Auch die Verpackung hat das gewohnte Carcassonne-Format. Das Cover greift das Thema bereits grafisch auf, indem es Leute, die ein Schiff beladen, und im Hintergrund eine Stadt und ein Gebirge zeigt. Das einzige Spielbrett ist die Zählleiste. Hätte man diese gefaltet, so hätte man auch mit einer halb so großen Verpackung auskommen können.
Neben der Wertungstafel enthält das Spiel 84 Landschaftskarten aus Pappe, 25 Gefolgsleute in fünf Farben aus Holz und fünf Übersichtskarten aus dünner Pappe. Die Landschaftskarten sind leider etwas einfach gezeichnet. Hier hätte man sich etwas mehr Mühe beim Design geben können.

Die Spielanleitung erinnert sehr an die Anleitungen der anderen Carcassonne-Spiele. Als erstes werden alle Spielmaterialien sowohl grafisch dargestellt als auch kurz beschrieben. Daraufhin werden alle Möglichkeiten eines Spielzuges ausführlicher erläutert und mit grafischen Beispielen verdeutlicht. Die Regeln sind daher sehr übersichtlich und leicht verständlich.

Wer bereits andere Carcassonne-Spiele kennt, wird sich auch hier gut zurecht finden. Allerdings gibt es einige Veränderungen, die das Spiel stark von seinen Geschwistern unterscheidet. Gespielt wird reihum. Das Startplättchen (auch eine Landschaftskarte) wird in die Tischmitte gelegt und alle anderen Landschaftskarten werden gemischt und verdeckt auf mehrere Stapel aufgeteilt. Jeder Spieler hat in seinem Zug zwei Aktionen:

Als erstes zieht er eine der verdeckten Karten und muss sie an eine bereits liegende Karte anlegen. Die Karten sind dabei so gestaltet, dass sie an allen vier Seiten genau eines der drei Landschaftstypen (Wasserfläche, Berge, Ebene) zeigen. Beim Anlegen ist darauf zu achten, dass die neue Karte so gelegt wird, dass sie passt. Das heißt, es dürfen nur gleiche Landschaftstypen aneinander gelegt werden. Gewöhnlich sind auf jeder Karte mehrere Landschaftstypen abgebildet, so dass sich hierdurch ganze Gebiete von Ebenen, Bergen oder Wasserflächen bilden. An den Ufern können sich zusätzlich Städte befinden.
Nachdem der aktive Spieler eine Karte den Regeln entsprechend angelegt hat, hat er als zweite Aktion zwei Möglichkeiten:
Entweder setzt er einen seiner vier Gefolgsleute (der fünfte kann nicht benutzt werden, da er die Punkte auf der Wertungstafel anzeigen muss) auf die gerade gelegte Karte oder er nimmt einen früher gesetzten Gefolgsmann zurück zu seinem Vorrat und wertet ihn damit.

Ein Gefolgsmann kann als Entdecker (auf einer Ebene), als Räuber (im Gebirge) oder als Seemann (auf einer Wasserfläche) eingesetzt werden. Je nachdem wie groß das Gebiet ist und ob sich noch Städte dort befinden, bekommt der Spieler unterschiedlich viele Punkte, wenn er einen Gefolgsmann wertet (also entfernt). Ist ein Gebiet, zum Beispiel ein Gebirge, abgeschlossen (kann also durch Anlegen von Karten nicht mehr vergrößert werden), so gibt es die doppelte Punktzahl. Das Spiel endet, wenn die letzte verdeckte Karte angelegt wurde. Hiernach werden noch alle Gefolgsleute, die sich im Spiel befinden, gewertet. Bei der Schlusswertung gibt es allerdings keine doppelte Punktzahl für abgeschlossene Gebiete. Daher muss man frühzeitig vor Spielende anfangen, Gefolgsleute zurückzunehmen und zu werten.
Hier liegt der große Unterschied zu den Vorgängerversionen: Man hatte eine höhere Anzahl von Gefolgsleuten zur Verfügung und abgeschlossene Gebiete wurden automatisch gewertet (also auch, wenn man gleichzeitig einen neuen Gefolgsmann eingesetzt hat). Bei Carcassonne - Neues Land muss man sich hingegen immer entscheiden, ob man wertet oder einen neuen Gefolgsmann einsetzt. Da man nur vier zur Verfügung hat, ist man häufig gezwungen, eine Region zu werten, die noch nicht so viele Punkte bringt.
Das Spiel funktioniert sowohl zu zweit sehr gut, als auch mit mehreren Spielern. Wobei man mit vielen Spielern darauf achten muss, dass man gegen Spielende noch alle seine Gefolgsleute wertet, da sonst vollständige Gebiete nicht mehr doppelt zählen. Und das Spielende kommt bei fünf Spielern viel schneller als man denkt.

Fazit:
Obwohl es sich "nur" um die fünfte Version des Spieles Carcassonne handelt, ist es dennoch zu empfehlen. Durch kleine Regeländerungen entwickelt Neues Land eine neue Dynamik im Spiel. Hierdurch ist es interessant und nicht nur eine weitere Version mit neuer Grafik.




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