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Wars - Die Ankunft
Von Jan-Hendrik Strenzke

Rezension erschienen: 20.01.2005, Serie: Sammelkarten, Autor(en): Joe Alread, Michael Girard, Chuck Kallenbach u.a., Verlag: Universal Cards GmbH, Seiten: , Erschienen: 2004, Preis: 12,95 €


WARS ist ein futuristisches Sammelkartenspiel, in dem fünf Fraktionen um die Vorherrschaft in unserem Sonnensystem kämpfen. Die Spieler kontrollieren mit ihren Karten den Erfolg oder Misserfolg eines dieser Völker oder eines Bündnisses aus mehreren Fraktionen. Hierbei finden Schlachten sowohl im Weltraum als auch in den verschiedenen Regionen einzelner Planeten statt. Das Spiel endet sobald einer der Spieler über keine Energie mehr verfügt.

WARS wird vertrieben in thematisch ausgerichteten Startersets zu sechzig Karten sowie in Erweiterungspäckchen zu je fünfzehn Karten. Die Verarbeitung ist einwandfrei und die Karten sind dank mehrerer Folien sicher verpackt. Zudem gibt die Optik der Schachtel bereits einen guten Hinweis auf das Erscheinungsbild des Spiels.

Die Illustrationen der Karten bewegen sich überwiegend auf einem guten Niveau, wobei die grundsätzliche Stimmung der Bilder eher düster ist. Die Karten lassen sich in der Regel bereits durch die Optik den einzelnen Fraktionen zuordnen. Einige Karten fallen jedoch durch sehr farbenfrohe Illustrationen aus dem Rahmen, weshalb sich insgesamt kein vollständig harmonisches Bild ergibt.

Jedem Starterset liegt eine ausführliche Spielanleitung bei, in der auf knapp vierzig Seiten die Regeln dargestellt und anhand eines Glossars eine Reihe spezifischer Spieltermini erläutert werden. Das Beiheft ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass viele einfache Dinge sehr ausführlich und teilweise auch mehrfach erläutert werden. Allerdings sind die jeweiligen Beispiele nicht immer eindeutig und so mancher Spielbegriff wird auch im Glossar nicht erklärt. Darüber hinaus lassen auch Rechtschreibung und Grammatik stellenweise zu wünschen übrig, was weder zum Verständnis beiträgt noch sonderlich professionell wirkt. Insgesamt kann man eigentlich nur dem Ratschlag folgen, der bereits auf der ersten Seite des Hefts gegeben wird, und sich das Spiel von jemandem erklären lassen, der es bereits kennt.

Ein Deck umfasst bei WARS stets genau sechzig Karten, weshalb theoretisch ein Starterset pro Spieler ausreicht, um Schlachten im WARS-Universum zu schlagen. Die exakte Festlegung der Deckgröße ist dadurch begründet, dass die Karten neben ihrer eigentlichen Funktion auch noch die Energie des jeweiligen Spielers repräsentieren. Wenn man bei WARS also Energie verliert, muss man Karten ablegen und umgekehrt. Dieser etwas ungewöhnliche Ansatz bildet die Grundlage für einen der zentralen Spielmechanismen, den Energie- und damit auch Kartenfluss zwischen unterschiedlichen Stapeln, welcher eine interessante Abwechslung zu den üblicheren Ziehmechanismen anderer Sammelkartenspiele darstellt.

Darüber hinaus wartet WARS mit einer Vielfalt an Einheiten auf, die teilweise miteinander kombiniert werden können. So können zum Beispiel die Kampfwerte eines Raumschiffs durch einen besonders guten Piloten erhöht werden, letzterer jedoch auch im Bodenkampf eingesetzt werden. Schlachten werden entweder in Raumsektoren oder in bestimmten Regionen eines Planeten geschlagen. Diese werden ebenfalls durch Karten aus den jeweiligen Decks repräsentiert und können durch Ausbauten noch modifiziert werden. Ferner besteht die Möglichkeit, Einheiten zwischen den Gebieten zu verschieben, was die taktische Flexibilität noch weiter erhöht.

Die eigentlichen Schlachten sind durch einen relativ langwierigen Kampfmechanismus gekennzeichnet, der neben den Fähigkeiten der einzelnen Einheiten auch noch ein gewisses Glücksmoment beinhaltet. Zu vermeiden sind die Schlachten allerdings kaum, da die Spieler auch dadurch Energie verlieren können, dass sie in bestimmten Regionen keine Einheiten stehen haben. Somit ist man in der Regel darum bemüht, an den einzelnen Orten nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten, was die Handlungsfreiheit ein wenig einschränkt.

Insgesamt ergibt sich hierbei ein interessanter Spielverlauf, auch wenn die Dynamik anderer Sammelkartenspiele ein wenig fehlt. Somit wird einen WARS wohl nicht stundenlang an den Spieltisch fesseln, aber eine reizvolle Abwechslung könnte es durchaus darstellen.

Fazit:
WARS ist ein solides Sammelkartenspiel, das neben vielen bekannten Elementen auch ein paar interessante Neuerungen bietet. Da die Startersets als solche schnell langweilig werden, wird man um den Kauf von Ergänzungspäckchen kaum herumkommen. Fraglich ist jedoch, ob WARS eine hinreichend große Spielerschaft findet, um nennenswerte Investitionen lohnend zu machen. Zudem ist die deutsche Fassung noch ein wenig überarbeitungsbedürftig.




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