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S. Petersen's Field Guide to Lovecraftian Horrors
Von Martin Wagner

Rezension erschienen: 07.01.2017, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Sandy Petersen, Lynn Willis und Mike Mason, Verlag: Chaosium Inc., Seiten: 130, Erschienen: 2016, Preis: 30,53€


Wer einmal die Geschichten Lovecrafts über seltsame Geschöpfe, alte Götter und uralte Wesen und die Kreaturen der Traumlande gelesen hat, der weiß, wie subtil der Autor mit den Beschreibungen eben dieser Wesen umgegangen ist. Wahrscheinlich finden wir die Geschichten gerade deswegen nach fast 100 Jahren immer noch so gut und wahrscheinlich freuen wir uns deswegen auch immer, wenn wir eines dieser Lebewesen in bildlicher Form, etwa gemalt von H. R. Giger, sehen.

Als Rollenspieler hat man es da einfach. Kein Rollenspiel kommt ohne Monsterhandbuch aus und auch beim Rollenspiel Call of Cthulhu gibt es ein solches. Für die aktuelle 7. Edition haben sich Sandy Petersen und Chaosium Inc. etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Anstelle eines einfachen Quellenbuchs zu Monstern des Mythos wurde eine Art wissenschaftliches Buch veröffentlicht. Das Buch trägt den langen Titel "S. Petersen's Field Guide to Lovecraftian Horrors – A Field Observer's Handbook of Preternatural Entities and Beings from Beyond the Wall of Sleep" und das klingt doch wirklich vielversprechend. Dafür sorgen auch die Namen der Beteiligten: Sandy Petersen, Lynn Willis und Mike Mason schrieben am Buch, Loïc Muzy, Mariusz Gendzel und Claire Delépée sind für die Illustrationen zuständig gewesen.

Da wartet man natürlich nicht länger, sondern wirft sofort einen Blick ins Buch hinein. Der erste Eindruck ist bereits gut. Das Buch hat eine stabile Bindung und ist mit Lesebändchen ausgestattet. Die Seiten sind griffig und das gesamte Buch farbig und optisch wirklich ansprechend. Begrüßt werden wir von einem Bild Lovecrafts, dem Impressum und einem Inhaltsverzeichnis, das in zwei Kapiteln 120 Seiten Monster und Kreaturen verspricht.
Im Vorwort, geschrieben von Professor Westbury Illinois Carter, wird auf die Geschichte dieses Field Guides eingegangen, welche Bedeutung es immer noch hat und welche Änderungen es seit der letzten Ausgabe gegeben hat. Hier werden besonders die Illustrationen erwähnt. Etwas überraschend, weil für Cthulhu doch eigentlich die 1920er Jahre typisch sind, ist diese Ausgabe 2015 und damit eher für Cthulhu Now geschrieben. Das hindert natürlich niemanden daran, dieses Buch für die 20er Jahre als Quelle zu verwenden. Es existiert dann im Spiel aber nicht - da muss man auf von Junzt zurückgreifen.
Dieses Buch beginnt dann mit den Monstern des Mythos. Dieses Kapitel wird ebenfalls mit einem Vorwort eingeleitet, diesmal von Professor Emeritus Eliphas Cordvip Fallworth. Sein Beitrag stammt aus dem Jahr 1988 und er erklärt, wie es zu der Zusammenstellung und den Darstellungen der Monster gekommen ist. Er vergisst nicht, darauf hinzuweisen, dass eine tatsächliche Begegnung weit interessanter, spannender aber auch gefährlicher ist.
Direkt im Anschluss an das Vorwort wird uns eine Doppelseite zur Verfügung gestellt, mit der wir schnell - nur durch das Beantworten einiger Fragen - direkt wissen, welches Monster nun gerade vor uns steht.
Nach diesem hilfreichen Einstieg, beginnt das Buch, das alphabetisch vorgeht, mit Azathoth. Jede Monsterbeschreibung ist dabei gleich aufgebaut: Zuerst kommt Lovecraft zu Wort, anschließend beschreibt der Autor des Buches das Monster in seinen Worten, bevor es Informationen zum Lebensraum, der Verbreitung, dem Leben und den Gewohnheiten gibt. Vor dem Bild und einem Größenvergleich bekommen wir noch ein paar Tipps, um das jeweilige Monster von anderen, die eine gewisse Ähnlichkeit haben, zu unterscheiden. Azathoth ist auf alle Fälle ein grandioser Einstieg. Aber auch die anderen Monster machen einiges her, sowohl die Texte darüber, als auch die Illustrationen. Bei einigen Illustrationen gibt es noch zusätzliche handschriftliche Ergänzungen zum Form und Größe. Mir persönlich hat der Eintrag zu Nyarlathotep sehr gut gefallen, aber auch der über die Diener der Äußeren Götter ist wirklich gelungen.
Das zweite Kapitel, das sich mit den Wesen der Traumlande beschäftigt, erhält ebenfalls eine Einleitung von Professor Fallworth. Diesmal dreht sich nicht alles um die Monster, sondern auch etwas um die Möglichkeit, die Traumlande zu erreichen.
Wie auch zu Beginn des ersten Kapitels hilft uns eine Doppelseite bei der genauen Bestimmung des Monsters durch Fragen. Anschließend geht es auch hier in alphabetischer Form von Abhoth bis Zoog weiter. Der Aufbau der Beschreibung ist dabei erneut absolut identisch und die Illustrationen abermals perfekt. Besonders gefallen hat mir hier die Beschreibung und das Bild der Great Ones und der Butterfly-Dragon.
Bevor die Leser zum Abschluss eine riesige Liste mit Leseempfehlungen bekommen, gibt es eine Morphologie aller Mythos-Monster auf einer Doppelseite. Hier sieht man noch einmal gut, wie klein und unbedeutend der Mensch doch ist. Eine runde Sache und auch die Leseempfehlung kann überzeugen, wobei es mit Sicherheit schwer wird, an alle genannten Bücher heranzukommen. Aber einige Bibliotheken werden sicher ihre Sperrschränke für hartnäckige Ermittler öffnen.

Den äußeren Eindruck, den Aufbau des Buches, die Texte und Illustrationen, all das habe ich bereits betrachtet. Es bleibt nur noch der Blick auf das Lektorat und Korrektorat und auch da hat man mich vollkommen überzeugt. Das Buch ist insgesamt eines der besten Bücher, das ich von Chaosium Inc. bisher in den Händen gehalten habe und deswegen verliere ich jetzt nur noch ein paar Worte im Fazit, die das nochmals verdeutlichen.

Fazit: "S. Petersen's Field Guide to Lovecraftian Horrors – A Field Observer's Handbook of Preternatural Entities and Beings from Beyond the Wall of Sleep" ist ein perfektes Buch für jeden Ermittler und natürlich auch für jeden Spieler und Spielleiter des Rollenspiels. Die Beschreibungen und Illustrationen der Monster sind so nah an Lovecrafts Beschreibung, dass der Schrecken, den sie in den Geschichten ausgelöst haben, direkt nochmal ausgelöst wird. Hier wurde alles richtig gemacht und jeder, der die Chance hat, eines dieser Bücher zu ergattern, sollte sich beeilen, bevor Bibliotheken sie aufkaufen und in den Sperrschrank stellen.




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