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Von Toten und Untoten (PDF)
Von Philipp Kiefner

Rezension erschienen: 02.10.2013, Serie: Rollenspiel, Autor(en): Frings, Gosse, Hladek, John & Weste, Verlag: Ulisses Spiele, Seiten: 160, Erschienen: 2013, Preis: 30,00 EUR


Wer braucht schon einen gesonderten Themenband über Untote und Nekromanten? Kein Mensch. Doch halt, diese Einschätzung der DSA-Quellensammlung Von Toten und Untoten wäre etwas voreilig. Natürlich, und das räumt das Vorwort auch ein, wird hier das Rad nicht neu erfunden und die meisten Angaben und Regeln sind bereits in verschiedenen früheren Publikationen nachzulesen. Als Innovation ist aber der Stil der Präsentation zu werten, denn alle Informationen stellen sich aus der Perspektive unterschiedlichster Personen dar, die im weitesten Sinne mit Nekromantie zu tun haben. Das ergibt eine etwas andere, sehr unterhaltsam zu lesende Sicht auf die ansonsten knochentrockene Welt der Totenbeschwörung.

Bei genauerer Betrachtung haben die Autoren ja Recht, so ein untoter Diener ist wirklich nützlich. Braucht weder Schlaf noch Unterhalt, arbeitet klaglos und ist treu auch nach dem Tod. Na? Ist die Neugier geweckt? Zunächst einmal ist doch der Tod ein ganz natürlicher Prozess. Trotzdem wird leider die hohe Kunst seiner Beherrschung von vielen Unwissenden zu Unrecht verteufelt. Gut nur, dass es hier taugliche Tipps gibt, wie man in diese beschwerliche und nicht ganz ungefährliche Tätigkeit einsteigen kann. Woher besorgt man die Knochen, welche eignen sich besonders gut und wo lagert man die schönen Stücke möglichst unauffällig? Diese Informationen und noch viel, viel mehr gibt es in dieser Quellensammlung zu entdecken.

Selbstverständlich geht das Buch auch ausführlich auf die verschiedenen Arten der Untoten ein, seien es nun Brandleichen, Mumien, Zombies, Ghule oder Knochengolems. 160 Seiten ist das Ganze stark, wobei knapp 60 Seiten auf Regeln, Ergänzungen, Kurzcharakteristiken und Werte entfallen. Darin enthalten sind auch die Beschreibungen einzigartiger Persönlichkeiten der Nekromatie, die sich als Gegenspieler oder Abenteuergrundlage eignen.

Insgesamt besteht der Quellenband aus unzähligen kleineren Beiträgen, die ganz verschiedene Sichtweisen auf dieses Thema verkörpern. Auch sprachlich spiegelt sich das wider. Mal ist es eine reißerische Werbung, wie bei Pholnors phänomenalen untoten Ungetümen, in der die grandiose Kampfkraft von wiederbelebten Ogern und Trollen angepriesen wird. Mal ist es ein sehr akademisch klingender Text, voller bosperanischer Ausdrücke, der sich magietheoretisch mit dem Phänomen der Nekromatie auseinandersetzt oder aber ein süffisanter Brief über einen Beschwörerkollegen, der etwas Pech bei seiner Arbeit hatte.

Zur hohen Qualität der Texte kommen noch überraschend zahlreiche und gefällige Illustrationen, die dem Ganzen Pep verleihen und die Vorstellungskraft fördern. Ungewöhnlich ist auch das Titelbild im Comicstil, das hauptsächlich einen Untoten umgeben von Fliegen zeigt. Unüblich für DSA-Publikationen, etwas puristisch, aber nicht schlecht.


Fazit:
Von Toten und Untoten braucht kein Mensch, aber es ist toll es zu besitzen. Beim Durchlesen entwickelt sich eine unbändige Lust, neue Aspekte der Nekromantie an den Rollenspieltisch zu bringen, etwas abseits der üblichen Klischees. Wer also Vergnügliches zum makaberen Thema lesen möchte oder aber endlich eine komprimierte Zusammenfassung von Regel und Werten benötigt, der ist bei dieser Publikation in besten (Knochen-)Händen.




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