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Mytery Rummy - Fall 4: Al Capone
Von Volker Thies

Rezension erschienen: 15.04.2012, Serie: Gesellschaftsspiele, Autor(en): Mike Fitzgerald, Nick Sauer, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 8,98 €


Mystery Rummy kann seine Verwandtschaft zum altbekannten Rommé nicht verheimlichen. In beiden Fällen geht es darum, Serien zusammengehöriger Karten zu komplettieren. In der hier besprochenen Variante Mystery Rummy: Al Capone bildet die Verbrecherwelt im Chicago der 1920er Jahre den Hintergrund. Gesammelt werden müssen jeweils Kartenserien, die das Konterfei und eine Kurzbiografie eines legendären Gangsters dieser Zeit zeigen; allen voran natürlich Al Capone.

Anders als beim Rommé legen die beiden Spieler ihre Gangster jeweils nur auf einer Seite des geteilten Spielfelds aus. Das klassische Anlegen und Aufteilen von Serien fällt also weg. Dafür kommt ein neues Element ins Spiel: Vier verschiedene Arten von Ereigniskarten ermöglichen es, zusätzliche Karten nachzuziehen, Gangster aus den verdeckten Handkarten des Gegenspielers zu stibitzen, den Ablagestapel nach brauchbarem Material zu durchsuchen oder gar eine fast komplette Gangster-Serie von der gegnerischen auf die eigene Seite zu verlegen. Die einzelnen Gangster-Serien bestehen aus vier bis acht Karten. Die kürzeren Serien sind leichter komplettiert, die längeren bringen dafür mehr Punkte. Wer eine Serie vollständig hat, packt sie zusammen, wodurch sie auch vor gegnerischen Ereigniskarten geschützt ist, und kassiert die volle Punktzahl. Halbfertige Serien werden ebenfalls am Ende gezählt, ergeben aber wesentlich weniger Punkte. Das Spiel endet, sobald ein Mitspieler 200 Punkte gesammelt hat. Es sind also mehrere Durchgänge vorgesehen, was bis zu 40 Minuten dauern kann.

Die Spielstrategie beruht im Wesentlichen darauf, die Übersicht zu bewahren, ob sich fehlende Karten eher im Nachziehstapel, in der Ablage oder auf der Hand des Gegners befinden. Dazu muss noch die passende Ereigniskarte erwischt werden, um sich eine ertragreiche Serie zu sichern. Insgesamt ist Mystery Rummy, vor allem wegen der fehlenden Rekombination der ausliegenden Karten untereinander, wesentlich weniger anspruchsvoll als das "echte" Rommé. Die Altersempfehlung ab acht Jahren scheint damit plausibel. Außerdem sind "zwei bis vier Spieler" angegeben. In der Anleitung wird dagegen empfohlen, bei vier Spielern zwei Teams zu bilden. Was genau mit "Teams" gemeint ist und wie sich das auf den Spielablauf auswirkt, bleibt allerdings etwas unklar.

Handwerklich ist Mystery Rummy: Al Capone sehr schön gemacht. Ein Gruppenbild der legendären Gangster ziert das Deckelinnere der Schachtel. Die einzelnen Portraits in typischen Kneipen- und Verbrechensszenen finden sich auf den Karten wieder. Ein besonders schönes Detail sind die Stoffbänder, mit denen sich die beiden Spielkartenstapel sehr elegant aus den Vertiefungen in der Schachtel holen lassen, in denen sie ruhen.

Fazit: Mystery Rummy ist eine trotz der zusätzlichen Ereigniskarten deutlich vereinfachte Variante von Rommé. Ob die strategische Tiefe noch ausreicht, muss jeder Spieler für sich entscheiden. Ein gutes Gedächtnis dafür, wo bestimmte Karten liegen, ist der Schlüssel zum Erfolg. Das Gangster-Thema ist grafisch sehr schön umgesetzt.




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