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Into the Light
Von Ralf Sandfuchs

Rezension erschienen: 07.03.2012, Serie: Auditorium, Autor(en): , Verlag: Erdenstern, Seiten: , Erschienen: 2011, Preis: 24,95 Eur


Erdenstern - dieser Name steht seit Oktober 2005 für Rollenspiel-Soundtracks aus Deutschland. Das Projekt der drei Hamburger Musiker Andreas Petersen, Eva-Maria Irek und Per Dittmann hat sich mit stetigen Veröffentlichungen einen guten Ruf erarbeitet. Die Alben wurden dabei zusehends verspielter, aber auch qualitativ hochwertiger.
Die "Bibilothek der phantastischen Musik", deren einzelne Teile alle mit Into the... begannen, hat sich mit jedem Album einem besonderen Thema gewidmet. Somit haben die CDs den Zuhörer nicht nur in grüne Wälder oder karge Eiswüsten geführt, sondern ihn auch in düstere Horror-Szenarien begleitet.
Nach sieben Vorgängern folgt nun das Ende (und vielleicht der Höhepunkt) der Reihe mit Into the light. Nicht eine, sondern gleich zwei CDs erwarten den Käufer, und diese decken auch gleich vier Themenbereiche ab. Dabei wurden im Vorfeld die Fans befragt und konnten Vorschläge machen, welche Genres auf diesem Album berücksichtigt werden sollten. Und diese vielfältigen Wünsche und Ideen sind auch dafür verantwortlich, dass wir diesmal zwei vollgepackte Tonträger in die Hand bekommen.

Die erste CD beginnt mit dem Themenbereich "Ancient realms". Diese Gebiete müssten - wenn man vom Klang der Musik ausgeht - irgendwo zwischen Ägypten und Südamerika liegen. Einige der Stücke sind leider mit etwas heftig eingesetzten "einheimischen" Gesängen durchsetzt, andere wiederum sind sehr sperrig und wollen nicht so recht den Weg ins Ohr des Zuhörers finden. Trotzdem, wer eine entsprechende Szenerie musikalisch untermalen möchte, wird hier bestimmt fündig.
Beim "Empire of faith" begeben wir uns in die Welt der heiligen Krieger, der Ritter und Klöster. Die Musik dazu ist sehr eindeutig auf den geschilderten Themenkomplex festgelegt, und man wird die meisten dieser Stücke wirklich nur in diesem Bereich einsetzen können. Dafür sind sie aber durchweg gut geeignet. Auch hier wird allerdings für meinen Geschmack gelegentlich ein wenig zu viel Gesang eingesetzt.
Die zweite CD beginnt mit der "Era of steam", also der geeigneten Musik für Steampunk-Runden, und hier gibt es nun wirklich kaum noch etwas zu beanstanden. Die einzelnen Stücke lassen schon beim Hören eine von Uhrwerken und Dampfmaschinen angetriebene Welt lebendig werden. Vielleicht fällt die Musik manchmal etwas sehr bombastisch aus, aber das passt natürlich auch hervorragend zum meist "übergroßen" Stil des gewählten Hintergrundes. Gleichzeitig sind die Stücke in der Instrumentierung aber verspielt genug und voller verborgener Akzente, um auch musikalisch zu glänzen.
"The last days", folgerichtig der letzte Bereich der Doppel-CD, beschäftigt sich schließlich mit dem Thema Endzeit, und wieder verändert sich die Musik vollständig. Dem Thema angemessen werden die einzelnen Stücke düsterer, aber auch melancholischer. Perkussive Elemente treiben die Musik vorwärts und scheinen den Hörer durch eine düstere Zukunft zu hetzen, dann wieder geleiten sie ihn auf einem sanften Weg durch eine bizarre Welt.

Fazit: Nachdem die erste Hälfte von Into the light bei mir ein eher zwiespältiges Bild hinterlassen hat, konnte mich die zweite CD vollständig überzeugen.
Alle vier Themenbereiche weisen natürlich einige Stücke auf, die weniger herausstechen oder die vielleicht zu eigenwillig oder unmelodisch ausgefallen sind, um als Hintergrund für Rollenspiele zu funktionieren. Der größte Teil der enthaltenen Musik erschafft jedoch faszinierende Bilder im Kopf des Zuhörers, die ein Spielleiter sicherlich noch ausbauen kann.
Wer Erdenstern schon immer mochte, wird sich diese CD wahrscheinlich schon besorgt haben; wenn nicht, kann er es ruhigen Gewissens tun.
Und wer die Musik der Hamburger kennenlernen möchte, hat jetzt mit Into the Light eine hervorragende Gelegenheit dazu. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich die nächsten Projekte der Gruppe entwickeln werden, aber ich bin zumindest sehr gespannt darauf.




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