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Der Hexer von Salem - Der Blutstein (Abenteuerspielbuch)
Von Stefan Moriße

Rezension erschienen: 19.05.2008, Serie: Belletristik, Autor(en): Frank Rehfeld, Verlag: Pegasus Spiele GmbH, Seiten: 272, Erschienen: 2008, Preis: 8,95 Euro


Nach Abenteuern in Ulldart und in den Welten der Erfolgsromane Die Zwerge und Die Trolle startet mit Der Blutstern das erste Spielbuch in der Welt des Hexers von Salem. Mit dem Setting ist der Pegasus Verlag vertraut, veröffentlichte er doch bereits das dazugehörige Rollenspiel im Rahmen seiner Cthulhu-Reihe. Nun liegt also ein Solo-Abenteuer vor, in dem der Spieler bzw. Leser allein Abenteuer erleben kann, ohne gleich seine ganzen Freunde einladen zu müssen.

Für Der Blutstern fand sich mit Frank Rehfeld ein Autor, der schon in den 80er Jahren zusammen mit Wolfgang Hohlbein an der Heftromanreihe des Hexers schrieb und dementsprechend mit dem Material vertraut ist. Dass er Kurzgeschichten und Romane schreiben kann, hat er bewiesen, wie sieht es jedoch mit einem Abenteuer-Spielbuch aus? Immerhin verlangt ein solches sowohl eine mitreißende Handlung, als auch die Verknüpfungen mehrerer möglicher Parallelwege, die der Leser bei der Bewältigung des Abenteuers gehen kann – ohne ihn jedoch zu sehr in eine Richtung zu drängen.

Spielmechanismen

Vom Spielprinzip orientiert sich Der Blutstern an den Vorgängerbänden aus der Pegasus-Reihe. Die Regeln beschränken sich auf ein Minimum und verlangen an einigen wenigen Stellen lediglich den Wurf einiger sechsseitiger Würfel, je nachdem, wie hoch der Wert des entsprechenden Attributs ist, das zur Probe steht. Am Anfang stehen mit Kampfkraft, Klugheit und Willensstärke drei Fähigkeiten mit einem Startwert von 3 Würfeln zur Verfügung, im Laufe der Handlung kommt eine weitere hinzu. Abhängig davon, wie sich der Spieler an entscheidenden Stellen verhält, können sich die Werte der Fähigkeiten auch erhöhen bzw. reduzieren.
Das Spielbuch im Format eines handlichen Taschenbuchs liest sich wie ein gewöhnlicher Roman, mit dem Unterschied, dass das Buch in viele Abschnitte unterteilt ist. Am Ende jedes Abschnitts hat der Spieler die Wahl zwischen zwei oder drei Handlungsalternativen. Jede führt ihn zu einem anderen, neuen Abschnitt im Buch und verändert den Lauf der Handlung – natürlich nur insofern, als dass der Autor diesen oder jenen Handlungsstrang aufgegriffen hat.

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines jungen Psychologiestudenten der Universität zu New York. Dem Professor Dr. Barnthorpe ist der wissbegierige Student und sein Interesse für übersinnliche Phänomene bereits aufgefallen. Er lädt ihn daher zu einer Seance seiner Gattin ein. So richtig wohl ist ihm die Sache nicht, vor allem, weil die übrigen Gäste dieses Ritual eher als Freizeitunterhaltung ansehen. Nur auf einen Gast trifft dies nicht zu. Er stellt sich kurz darauf als Richard Craven vor und warnt davor, an der Séance teilzunehmen. Der Spieler sollte sich davon nicht abschrecken lassen, sonst ist das Abenteuer an dieser Stelle auch schon zu Ende. Doch die Warnung kommt nicht von ungefähr. Die Séance gerät aus den Fugen. Bis auf Craven und dem Spieler fallen alle Beteiligten ihn Ohnmacht. Nur sie erhalten den Hilferuf einer geisterhaften Frau, die von einem Blutstern spricht.
Damit geht das Abenteuer richtig los. Zusammen mit Craven muss der Spieler dem Hilferuf auf den Grund gehen. Die Reise führt die Abenteuer nach Arkham, wo sie sich an der Miscatonic University Unterstützung von Professor Langly erhoffen. Doch bereits auf dem Weg in die Stadt werden sie von geheimnisvollen Männern verfolgt. Und die Männer sind nicht die einzigen, gegen die sich der Spieler und Craven behaupten müssen.

Fazit

Der Blutstern weiß durch eine gut verzahnte, spannende Handlung zu überzeugen. Der Spieler erlebt tatsächlich ein Abenteuer mit, das sich vor einem typischen Hexer-Roman nicht verstecken muss. Das geht jedoch zu Lasten der Entscheidungsfreiheit, und so bleiben dem Spieler meist nur Handlungsalternativen, die zwar unterschiedlich ausfallen, aber in dieselbe Richtung laufen. Frank Rehberg begründet im Vorwort dieses Vorgehen damit, das Gewicht auf die Story gelegt zu haben. Das ist okay, aber sicherlich Geschmackssache.
Wer sich nicht daran stört, dass das Abenteuer beim wiederholten Durchspielen auch bei anderen Wegen ähnlich verlaufen wird, bekommt beim Blutstern gute Unterhaltung geboten. Die Proben sind fair und die losen Ende, die in den Tod und zum vorzeitigen Ende des Spiels führen, beim genauen Verfolgen der Handlung zu umgehen. Für Fans der Abenteuer-Spielbuch Reihe und für Kenner des Hexers von Salem ist Der Blutstern zu empfehlen, wer unabhängig von der Hintergrundwelt erst einmal ein Spielbuch ausprobieren und die Spielmechanismen kennen lernen möchte, sollte zunächst zu einem anderen Band greifen.




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