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Kolumne Kommunikation & Internet
Phantastische Blogs (Teil 2)
von Markolf Hoffmann
29. August 2005

Und noch mal ein bunter Blumenstrauß handverlesener Blogs, auf die der Phantastikfreund ein Auge haben sollte: Der Schriftsteller Kai Meyer, bekannt durch seine Merle-Trilogie und einer der bekanntesten deutschen Phantastikautoren, führt auf seiner Webseite ein Journal. "Wer will, kann hier beim Recherchieren und Schreiben über meine Schulter schauen", verspricht Meyer, und in der Tat ist es hochinteressant, anhand seiner Beiträge den Erschaffungsprozeß seiner letzten Werke nachzulesen. Das Blog wird zwar nur selten überholt, doch man erhält viele Einblicke über Meyers Recherchen und Vorgehensweise – ein hervorragendes Beispiel, wie das Internet tatsächlich Nähe zwischen Autor und Leserschaft erzeugen kann.

Neben dem bereits gelobten oliblog lohnt sich auch ein Blick auf das Blog des SF-Schriftstellers Dirk van den Boom. Er veröffentlicht überwiegend in Kleinverlagen, hält aber offenbar wenig von der dort anzutreffenden gegenseitigen Beweihräucherung; immer fair, aber durchaus kritisch äußert er sich auf seiner Seite zu den Werken seiner Kollegen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Auch seine eigenen Frühwerke finden da keine Gnade. Zur Zeit widmet sich van den Boom in einer mehrteiligen Serie den Schattenseiten der Kleinverlagsszene: Mit spitzer Feder geschrieben und sehr unterhaltsam.

Von der Kleinverlagsszene zu den großen Publikumsverlagen: Der Blogger Molosovsky, selbsternannter Amœnokrat und Phantast, zeichnet sich durch glänzende Auseinandersetzung mit Neuheiten und Klassikern im SF- und Fantasy-Bereich aus. Wie er mal so nebenbei Tad Williams' neuen Fantasy-Schinken "Der Blumenkrieg" abserviert (garniert mit textnahen Beispielen) oder die Aufregung um Dan Browns "Sakrileg" zurechtrückt, ist schon großartig. Auch sein Einsatz für den Fantasy-Autoren China Mieville sei hier erwähnt. Ein empfehlenswertes Blog, das den Anspruch tatsächlicher Literatur- und Filmkritik erfüllt und trotzdem (dank zahlreicher Glossen, eigener Gedichte und Meinungsäußerungen zu aktuellen Themen) persönlicher daherkommt als ein reines Internetmagazin.

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