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Gesellschaftsspiele Im Gespräch
Interview mit Kemal Zhang von Yungames
von Michael Schmitt
13. Oktober 2008

Yungames ist ein Kleinverlag mit selbstproduzierten Spielen. Nach ein paar Jahren Pause kommt der Verlag mit einigen Neuheiten auf die SPIEL '08. Wir haben uns mit dem Autor, Gründer und Inhaber Kemal Zhang getroffen.

Lorp.de: Hallo Kemal, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns genommen hast. Seit wann gibt es denn Yungames und wie kam es dazu?

Kemal: Yungames gibt es seit 2003. Es fing an mit dem Spiel Gruftmeister, dann kamen Picknick Panik und Goldgeier dazu. In den 80ern gab es diverse Fantasyspiele, die mir Spaß gemacht haben. Ich fand aber an jedem Spiel etwas, das mich gestört hat. Ich hab mir überlegt, was man verbessern kann, und kam nach und nach in so ein Dungeon-Spielkonzept. Daraus ist dann später Gruftmeister entstanden. Dadurch, dass ich hauptberuflich eine Druckerei habe, konnte ich selbst produzieren, was sonst normal nicht geht.

Lorp.de: Was waren anfangs die Highlights und die größten Erfolge?

Kemal: Goldgeier ist mein persönliches Highlight und Gruftmeister lies sich am besten verkaufen, auch heute noch. Das Spiel wurde in einer größeren Auflage von 1000 Stück hergestellt. Sonst haben wir immer nur kleinere Auflagen von 150 bis 200 Stück.

Lorp.de: Wie konntest Du sichergehen, dass Deine Spiele auch verkauft werden?


Kemal:
Das konnte ich nicht. Es war ein blankes Risiko. Ich habe damals noch mit Adam-Spielt zusammen gearbeitet, die es heute leider nicht mehr gibt. Auf der SPIEL '03 konnten wir uns erfolgreich präsentieren. 2004 war es dann auf der Messe nicht mehr ganz so toll, da wir einen schlechten Standort hatten. Dann haben wir erst mal eine Pause gemacht, da es auch nicht so viele Neuheiten gab.


Lorp.de:
Welche Leute möchtest Du mit Deinen Spielen ansprechen?

Kemal: Meine Spiele sind sowohl für Gelegenheitsspieler und Familien, wie auch für Vielspieler geeignet. Sie zeichnen sich durch recht einfache Regeln, aber dennoch ausreichend große Spieltiefe aus. Wobei von Gelegenheitsspielern und Familien unsere Spiele leider meistens übersehen werden, da sie nicht im normalen Laden zu kaufen sind und auch nicht von einem der großen bekannten Verlage sind. Vielspieler wiederum stehen mehr auf komplexere und anspruchsvollere Spiele. Von den Möglichkeiten sind die Spiele aber durchaus auch für Vielspieler geeignet, da sie komplex genug sind. Man merkt es den Spielen im ersten Moment nicht an, weil die Regeln trotzdem relativ einfach sind. Vielspieler neigen dazu, wenn sie so etwas sehen, es erst gar nicht auszuprobieren, weil sie denken, dass es zu simpel ist.

Lorp.de: Nun kommen zur SPIEL'08 gleich mehrere neue Spiele von Dir raus. Fangen wir einfach mal mit Insel der Piraten an. Es handelt sich dabei um ein Deduktionsspiel. Was unterscheidet es von anderen dieser Art?

Kemal: Es besteht nicht nur daraus Informationen zu sammeln und diese auszustreichen, sondern man muss logisch denken und kombinieren. Ziel ist es einen Piratenschatz zu finden, der die meisten Punkte bringt. Aber auch die einzelnen Wegstücke zu dem Schatz hin bringen Punkte, so dass man auch darüber durchaus gewinnen kann. Die Spieler bekommen durch das Ziehen von Karten verschiedene Informationen, und man kann durch sie anhand von vorher festgelegten Bewegungsregeln eindeutige Punkte festlegen oder einzeln Hinweise bekommen, die mit den anderen kombiniert werden müssen.

Lorp.de: Wie kam es zu dieser Idee?

Kemal: Das ist eine ganz interessante Sache. So Ende der 70er gab es ganz primitive Basic-Spiele für den Homecomputer, nur mit Texteingaben. Da gab es eines auf einer Insel, auf der man sich bewegen konnte. Das fand ich irgendwie ganz interessant und als ich mich wieder daran erinnerte, habe ich einfach mal eine Karte gezeichnet und mir dabei gedacht, dass es schön wäre, wenn man da irgendwie Wege finden könnte. Und zu einer Schatzsuche passt natürlich das Thema "Piraten" sehr gut.

Lorp.de: Das Spiel enthält 20 verschiedene Rätsel, mit steigender Schwierigkeit. Ist das Spiel auch noch interessant, wenn alle durchgespielt sind?

Kemal: Generell wird man sich nicht den genauen Weg eines Rätsels merken können. So kann man nach einiger Zeit die Rätsel durchaus wieder spielen. Außerdem ist es möglich beliebig viele eigene Rätsel zu erfinden, die man dann auch selber spielen kann. Diese Rätsel können auch an mich gesendet werden und vielleicht gibt es daraus mal eine Erweiterung oder eine Plattform zum Austausch. Die Möglichkeiten sind also unbegrenzt. Man könnte sogar soweit gehen und später mal einen weiteren Spielplan machen.

Lorp.de: Welche neuen Spiele wird es noch auf der Messe von Dir geben?

Kemal: Shellz ist sehr lustig, da es einfach ein Thema hat, das eher mit Entspannung und Urlaub zu tun hat - mit Strand, Muschelnsuchen und so -  außerdem relativ einfache Regeln aber dennoch ziemlich komplexe Möglichkeiten bietet. Auf dem Spielbrett sind Muscheln verteilt und wenn man einen Weg legt, der an einer Muschel endet, kriegt man dafür Punkte. Im Idealfall endet er an einer Reihe von Muscheln und bringt noch mehr Punkte. Der Witz dabei ist, dass auf den Wegen, die man legt, zusätzlich auch noch Muscheln sind. Also mit jedem Weg, den man legt, erweitert man wieder die Möglichkeiten für die anderen Spieler. Man kann nicht nur anlegen, sondern die Karten auch übereinander legen. Dabei kann man auch nur ein Viertel einer anderen Karte überdecken, wenn man möchte. Dadurch wird das Spiel sehr strategisch. Es ist also ein Vielspielerspiel mit einem Familieneinstieg.

Azteks ist eine Neuauflage von Zankobst. Zankobst war eigentlich ein klasse Spiel, wurde aber aufgrund des verniedlichten Themas total verkannt. Jetzt hat es das Thema, das es verdient, und eine schönere Grafik. Es hat ebenfalls sehr einfache Regeln. Man legt Karten an, um Labyrinthwege zu verbinden, und muss dabei Seelen einsammeln. Dazu bewegt jeder Spieler seinen Häuptling und zwei Gehilfen und muss dabei aufpassen, nicht den anderen über den Weg zu laufen.

Der Schiefe Turm von Pizza ist ein wirkliches Familienspiel. Da hat man schöne aus Holz gefertigte kleine Pizzen, die anhand von Bestellkarten gestapelt werden müssen. Man kann dabei auf zwei Türmen stapeln, die dann irgendwann mal extrem schief werden und es wird immer gefährlicher etwas darauf zu legen. Es handelt sich also um ein Geschicklichkeitsspiel mit etwas Strategie. Es sieht sehr lustig aus und macht viel Spaß.

Pillz ist ein einfaches Kartenspiel aus 48 quadratischen Kärtchen mit Pillenhälften darauf. Man muss versuchen durch Anlegen zweifarbige Pillen zubilden. Insgesamt ein sehr spaßiges Zwischendurchspiel.

KaiZa ist in China, so ungefähr 300 vor Christus, angesiedelt, als China noch mehreren Kaisern gehörte. Davon sind vier symbolisch auf dem Spielbrett in den vier Ecken verteilt. Im Spielfeld befinden sich verschiedene Dörfer und Siedlungen und man muss Wege dorthin bauen, um sie an sein Reich anzugliedern. Dabei sammelt man Yin- und Yang-Machtsteine ein, womit man sich wiederum Machtkarten kaufen kann. Darauf sind günstige Wegpunkte abgedruckt, die am Ende Siegpunkte bringen oder man kann Sonderzüge mit ihnen ausführen.

Memoz ist ein DoItYourself-Spiel und besteht aus sehr schönen quadratischen Holzplättchen und Stickerbogen, die man selbst bedrucken kann. Daraus kann man wunderbare Memo-Spiele mit eigenen Bildern machen. Zum Beispiel mit Familien- oder Urlaubsfotos. Die Anleitung hat außerdem noch Ideen für ausgefallenere Sachen, wie für Lernspiele, Vokabeltrainings oder Memo-Spiele mit Dreiern oder Vierern. Das müssen auch nicht immer dieselben Bilder sein, sondern es können auch Bilder sein, die logisch zusammen gehören. Die Sticker können immer wieder entfernt und durch andere ersetzt werden. Es sind ausreichend Stickerbogen enthalten.

Des weiteren wird es noch Zeckenburger, Gruftmeister Adventure, Picknick Panic - Die Gaudi und andere Spiele geben.

Alle neuen Spiele haben eine Auflage von unter 200 Stück. Bei KaiZa sind diese sogar nummeriert. Die Spiele werden nicht mehr nachproduziert und sind somit auch für Sammler interessant. Auf der Messe können alle Spiele zu einem vergünstigen Messepreis erworben werden. Vorbestellungen sind ebenfalls über unsere Homepage möglich.
Zu allen Spielen gibt es auch die kompletten Spielanleitungen auf unserer Webseite.

Lorp.de: Wie man sieht habt ihr ein sehr vielfältiges und abwechslungsreiches Programm. Welche Überraschungen erwarten den Besucher noch bei der Messe an Eurem Stand?

Kemal:
Auf dem Stand wird es Gewinnkärtchen geben, die durchnummeriert sind. Jede Viertelstunde wird eine Gewinnnummer veröffentlicht und derjenige, der mit der einer solchen Karte zuerst kommt, gewinnt etwas. Außerdem haben wir wieder die berühmten Kirschlollies.

Lorp.de: Wir haben ja anfangs erwähnt, dass Du Deine Spiele selber produzierst, da Du eine eigene Firma hast. Was macht diese hauptsächlich?

Kemal: Im Prinzip handelt es sich um eine Digital-Druckerei, spezialisiert auf Sachen, die es sonst nicht so gibt. Wie zum Beispiel das Drucken von Büchern in kleinen Auflagen, dies kann auch nur eines sein. Wir produzieren auch Werbespiel und entwickeln dafür am liebsten selber die Spielidee. Außerdem biete ich die Spieleproduktion auch für andere Autoren oder Kleinverleger an. Wir können Karten, Counter, Spielpläne, Schachtel-Banderolen und ähnliches herstellen. Nähere Infos dazu gibt es auf unserer Homepage.

Lorp.de: Vielen Dank, Kemal, für dieses ausführliche und interessante Interview. Ich wünsche Euch viel Erfolg mit Euren Spielen und wir sehen uns auf der SPIEL '08.

Weiterführende Links: http://www.yungames.de

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